Banken ohne Negativzinsen 2022: Sparkasse, Volksbank, DKB & Co

Alexander Bauer

In der Vergangenheit haben viele Banken bei der Führung eines Kontos Negativzinsen, auch Minuszinsen, Strafzinsen oder Verwahrentgelte genannt, erhoben.

Im Gegensatz zu den normalen Zinsen bekommst du für deine Spareinlage kein Geld, sondern musst sogar etwas dafür bezahlen, dass die Bank dein Geld auf deinem Konto anlegt – und das zusätzlich zu den monatlichen Kontoführungsgebühren.

Doch wie sieht es 2022 mit Negativzinsen bei deutschen Banken aus? Und gibt es bessere Alternativen, die die Kontoführung so günstig wie möglich machen? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Wise in diesem Artikel. Los geht’s!

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Inhaltsverzeichnis 📖

Warum gibt es Negativzinsen?

Wie bereits erwähnt sind Negativzinsen Zinsen, die von Banken für das Verwahren von Geldern ihrer Kundinnen und Kunden eingefordert werden können. Doch wieso gibt es diese Minuszinsen überhaupt?

Die Einführung von Negativzinsen begann bereits in den 70er Jahren in der Schweiz. Damals allerdings nur auf ausländische Guthaben. Die Idee dahinter war, die Geldanlage in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen. Allerdings gab es viele Möglichkeiten, dies zu umgehen, weshalb die Maßnahme nur unwesentlich von Erfolg geprägt war.

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Die Negativzinsen zuletzt waren wesentlich von der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) geprägt. Denn aufgrund von besonders niedrigen Zinsen konnten sich die Banken günstig von der Zentralbank Geld leihen. Dies diente dazu, die Konjunktur zu stärken und die Kreditvergabe an Unternehmen zu erleichtern.

2014 führte die EZB dann die Minuszinsen auf die Einlagen von Banken ein. Da die Banken nicht auf diesen von der EZB erhobenen Kosten sitzen bleiben wollten, kam es dazu, dass immer mehr Banken die Negativzinsen weiter an ihre Kundinnen und Kunden verrechneten.

Zunächst betraf das nur Unternehmen und Privatpersonen mit besonders hohen Einlagen, bei einigen Banken wurden die Negativzinsen aber nach und nach auf alle Kundinnen und Kunden abgewälzt. Getarnt wurden die Strafzinsen als „Verwahrentgelt“.

Auf die rasant fortschreitende Inflation reagierte die EZB jedoch im Juli 2022 zum ersten Mal seit vielen Jahren mit einer Anhebung des Leitzinses – und zwar mit dem Ziel, die Geldpolitik in Europa zu stabilisieren. Diese Zinswende führte dazu, dass sich im Bereich der Negativzinsen nun viel tut – ein guter Zeitpunkt also, um zu überprüfen, ob du bei deiner Bank Strafzinsen zahlen musst.

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Negativzinsen / Verwahrentgelt vermeiden: So geht’s

Wenn deine Bank Negativzinsen erhebt oder sie als sogenanntes Verwahrentgelt berechnet, kann die Geldanlage schnell teuer werden. Vermeiden kannst du das nur, indem du dein Geld nicht auf einem klassischen Weg wie einem Giro- oder Tagesgeldkonto anlegst, sondern zum Beispiel als Bargeld aufbewahrst oder in einem Bankschließfach sicherst.

Diese beiden Möglichkeiten sind in der heutigen Zeit natürlich eher unpraktisch – die beste Option ist also, zu einer Bank ohne Negativzinsen zu wechseln.

Banken ohne Negativzinsen

Die gute Nachricht ist, dass seit der Zinswende immer mehr Banken, die Negativzinsen abschaffen oder bereits abgeschafft haben. Waren es Anfang 2022 noch rund 600 deutsche Banken, die Strafzinsen an ihre Kundinnen und Kunden verrechneten, waren es nach der Entscheidung der EZB im Juli 2022 nur noch 13 Banken.

Negativzinsen auf dem Sparbuch

Verwahrentgelte werden hauptsächlich für die Geldanlage auf einem Tagesgeld- oder Girokonto erhoben. Doch wie sieht es mit Sparkonten aus? Die Berechnung von Minuszinsen auf Sparbüchern ist rechtlich zwar umstritten, dennoch schreckten einige Banken nicht davor zurück. Dies änderte sich aber zum Glück nach einer Klage der Verbraucherzentrale¹ – nun sind Sparkonten weitestgehend frei von Negativzinsen.

Negativzinsen bei der Sparkasse?

Wenn du Kunde oder Kundin bei der Sparkasse bist, weißt du vielleicht, dass die Sparkasse keine bundesweite Gebührenordnung hat, sondern jede regionale Sparkasse ihre Gebühren selbst festlegen kann.

So ist es auch im Falle der Negativzinsen. Sehen wir uns daher an, wie die größten deutschen Sparkassen mit Verwahrentgelten umgehen:

Sparkasse München

Nur wenige Tage nach der Anhebung des Leitzinses beschloss die Stadtsparkasse München am 27.07.2022, die Negativzinsen zu streichen.

Hamburger Sparkasse

Direkt nach der Ankündigung der EZB über die Leitzinsanhebung hat auch die Hamburger Sparkasse die Negativzinsen für ihre KundInnen gestrichen.

Sparkasse KölnBonn

Auch die Sparkasse KölnBonn erhebt seit 27.07.2022 keine Strafzinsen mehr.

Frankfurter Sparkasse

Wenn du Kunde oder Kundin bei der Frankfurter Sparkasse bist, kannst du dich freuen, denn seit dem 27.07.2022 fallen die Negativzinsen für dich weg.

Sparkasse Hannover

Auch die Sparkasse Hannover hat die Negativzinsen bereits abgeschafft.

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Negativzinsen bei Volksbank

Auch die deutschen Volksbanken waren fleißig bei der Erhebung von Negativzinsen. Ähnlich wie bei der Sparkasse sind die einzelnen regionalen Volksbanken selbst für die Festlegung ihrer Gebühren verantwortlich. Zum Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) gehören neben anderen Banken übrigens auch die Sparda-Banken.

Anfang 2022 berechneten rund ein Drittel der Volksbanken ihren Kundinnen und Kunden Minuszinsen – teilweise bereits ab dem ersten angelegten Euro. Doch auch bei der Volksbank änderte sich das mit der Zinswende der EZB im Sommer 2022.

Hier ein kurzer Überblick der größten Volks- und Raiffeisenbanken:

Volksbank Raiffeisenbank Negativzinsen Zuletzt geändert am
Berliner Volksbank Keine 01. September 2022
Sparda-Bank Baden-Württemberg Keine auch vor der EZB Zinswende kein Verwahrentgelt
BBBankKeine 01. August 2022
Sparda-Bank West Keine Juli 2022
Frankfurter Volksbank Keine 21. Juli 2022
Sparda-Bank Südwest Keine Juli 2022
Volksbank Stuttgart Keine August 2022
Sparda-Bank München Keine Juli 2022
Volksbank Mittelhessen Keine 21. Juli 2022
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DKB Negativzinsen gestrichen?

Im Gegensatz zum Volksbank-Raiffeisenbank-Verbund und den Sparkassen hat die DKB bundesweit eine einheitliche Gebührenstruktur. Wenn du Kunde oder Kundin bei der DKB Bank bist, darfst du dich freuen. Denn die DKB reagierte prompt auf die Entscheidung der EZB und schaffte das Verwahrentgelt für alle Konten und Karten am 27.07.2022 ab.²

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ING DIBA Negativzinsen

Die ING DIBA erhöhte den Freibetrag Anfang Juli zunächst von 50.000 EUR auf 500.000 EUR. Nach der Leitzinserhöhung der EZB wurden ab 01.08.2022 jedoch alle Negativzinsen bei der ING DIBA gestrichen.

Negativzinsen bei der Postbank und Deutsche Bank

Auch die Banken rund um die Deutsche Bank, darunter auch die Postbank und die Norisbank, zogen mit der Abschaffung des Verwahrentgelts nach. PrivatkundInnen dieser Banken müssen seit 15. August keine Negativzinsen mehr zahlen.³

Negativzinsen bei der Commerzbank

Die Commerzbank war mit ihren Kundinnen und Kunden nach der Leitzinserhöhung der EZB besonders fair. Hier wurde das Verwahrentgelt sogar rückwirkend zum 01. Juli gestrichen.

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Fazit und Ausblick

Auf die erste EZB Leitzinserhöhung im Juli 2022 haben fast alle deutschen Banken mit der Abschaffung der Negativzinsen reagiert. Seitdem haben die meisten Notenbanken wie die Europäische EZB und die amerikanische FED weitere Zinsanhebungen in Aussicht gestellt. Negativzinsen sind damit in naher Zukunft höchstwahrscheinlich kein Thema mehr. Im Gegenteil können Sparer nun wieder auf (langsam) steigende Zinsen hoffen. Als Alternative zum klassischen Bankkonto bietet sich für Auslandsüberweisungen und günstige Währungskonversion das internationale Wise-Konto an.

Quellen

1 Klage gegen Negativzinsen auf dem Sparbuch, FAZ, November 2021
2 DKB streicht das Verwahrentgelt ab dem 27.07.2022, DKB, Juli 2022
3 Negativzinsen für Privatkunden verschwinden, Handelsblatt, August 2022
4 Inflation, Zinsentwicklung und EZB-Politik aktuell, Forbes, September 2022

Quellen zuletzt abgerufen am 10.10.2022


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