ACH-Zahlung: Das sollten Schweizer wissen

Alexandra Vogt

ACH ist ein US-amerikanisches Zahlungssystem. Trotzdem kannst du auch mit Wohnsitz in der Schweiz damit in Berührung kommen – etwa wenn du Einnahmen oder Dividenden aus den USA erhältst, Zulieferer in den Staaten bezahlst oder Geld an ein US-Bankkonto sendest und dabei zwischen ACH, Wire und SWIFT wählen musst.

Hier erfährst du, wie ACH funktioniert, wie lange eine Zahlung dauert und was es im Vergleich zu in der Schweiz üblichen Zahlungsmethoden zu beachten gilt.

Ein US-Konto aus dem Ausland zu eröffnen ist oft schwierig und mit hohem Aufwand verbunden. Mit dem Wise Multi-Währungskonto kannst du ganz einfach eine eigene US-Kontoverbindung erhalten. Es lässt sich online innerhalb nur weniger Minuten eröffnen und ermöglicht es dir, neben US-Dollar auch Schweizer Franken, Euro, britische Pfund und insgesamt 40+ Währungen in einem einzigen Konto zu verwalten, für Zahlungen zu nutzen und bei Bedarf günstig umzuwechseln.

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Was ist eine ACH-Zahlung?

ACH steht für «Automated Clearing House» und bezeichnet ein Zahlungsnetzwerk in den USA. Es wird für Lohnzahlungen, Rechnungen, Steuererstattungen, Hypotheken, Abonnements und Unternehmenszahlungen verwendet. Die Aufsichtsorganisation Nacha (National Automated Clearing House Association) legt die Regeln für das Netzwerk fest, bietet Fortbildungen und Akkreditierungen, Risikomanagement sowie weitere Services, verarbeitet die Zahlungen aber nicht selbst.¹

Über das ACH-Netzwerk lassen sich US-Dollar zwischen teilnehmenden US-Finanzinstituten übertragen. Dabei werden Kontonummer und Routing Number verwendet – nicht die in der Schweiz und der EU vertraute IBAN. ACH-Zahlungen sind deshalb keine internationale Überweisungsmethode.

Wie funktioniert eine ACH-Überweisung?

Eine ACH-Zahlung läuft vereinfacht in fünf Schritten ab:

  1. Die Zahlung wird ausgelöst: Je nach Zahlungsart gibt der Sender eine Überweisung in Auftrag oder der Zahlungsempfänger reicht eine zuvor autorisierte Belastung ein.
  2. Die ausführende Bank nimmt den Auftrag entgegen: Sie prüft die Zahlungsdaten und übermittelt den Auftrag zur Verarbeitung.
  3. Die Zahlung wird über einen ACH-Operator geleitet: ACH-Aufträge werden gesammelt, sortiert und an die zuständigen Finanzinstitute weitergegeben.
  4. Die empfangende Bank verarbeitet die Buchung: Sie schreibt den Betrag gut oder belastet das angegebene Konto.
  5. Die Zahlung erscheint auf dem Konto: Der Zeitpunkt der sichtbaren Buchung kann vom eigentlichen Settlement, dem Ausgleich zwischen den Finanzinstituten, abweichen.

Deshalb kommt eine ACH-Überweisung nicht zwingend sofort an: Neben der Autorisierung sind Übermittlung, Verrechnung und Buchung nötig.

ACH Credit und ACH Debit: Wo liegt der Unterschied?

Das ACH Network unterstützt zwei grundlegende Zahlungsrichtungen:

ACH Credit

Bei ACH Credit stösst der Zahler die Zahlung an. Das Geld wird also auf das Konto des Empfängers «geschoben». Typische Beispiele sind:

  • Lohn und andere Direct Deposits
  • Rechnungen und Steuererstattungen
  • Plattform- und Unternehmenszahlungen

ACH Debit

Bei ACH Debit zieht der Zahlungsempfänger den Betrag nach einer entsprechenden Autorisierung vom Konto ein. Das ähnelt dem Schweizer Lastschriftverfahren. Häufige Anwendungsfälle sind Miete, Kreditraten, Versicherungen oder Abonnements.

Für vorautorisierte Belastungen von US-Verbraucherkonten wird eine schriftliche oder vergleichbar authentifizierte Autorisierung benötigt. Derartige Zahlungen können unter Umständen ausserdem bis drei Arbeitstage vor dem Einzug gestoppt werden.²

Wie lange dauert eine ACH-Zahlung?

ACH ist meist schneller als ein Scheck, aber langsamer als eine Echtzeitzahlung. Die Organisation Nacha schätzt, dass rund 80 Prozent der ACH-Zahlungen innerhalb eines Bankarbeitstags oder schneller abgewickelt werden. ACH Credits können am selben bzw. innerhalb von 1-2 Bankarbeitstagen abgewickelt werden. ACH Debits werden typischerweise am selben oder nächsten Bankarbeitstag verarbeitet.³

Die tatsächliche Dauer hängt unter anderem von den folgenden Kriterien ab:

  • Standard ACH oder Same Day ACH
  • Zeitpunkt der Einreichung und Annahmeschluss der Bank
  • Wochenenden und US-Feiertage
  • Prüfung der Kontodaten
  • Sicherheits- oder Identitätsprüfungen
  • ausreichende Kontodeckung
  • ein vorgeschalteter Währungsumtausch
  • Bearbeitungszeiten des verwendeten Zahlungsdienstes

Was kostet eine ACH-Zahlung?

ACH gilt häufig als kostengünstige Möglichkeit für nicht dringende US-Zahlungen. Einen einheitlichen Endkundenpreis gibt es jedoch nicht. Die beteiligte Bank oder der Zahlungsdienst bestimmt, ob und in welcher Höhe eine Gebühr anfällt.

Bei einer Zahlung aus der Schweiz solltest du neben der Überweisungsgebühr Folgendes prüfen:

  • Umtauschgebühr
  • verwendeter CHF-USD-Wechselkurs
  • möglicher Wechselkursaufschlag
  • Gebühr für die gewählte Einzahlungsmethode
  • mögliche Rückgabe- und Empfangsgebühren

Kannst du aus der Schweiz per ACH bezahlen?

Das hängt davon ab, was genau mit «per ACH bezahlen» gemeint ist.

Direkte ACH-Belastung eines Schweizer Bankkontos

Ein gewöhnliches Schweizer Konto nimmt nicht direkt am US-amerikanischen ACH Network teil. Mit einer CH-IBAN allein kannst du daher keine lokale ACH-Zahlung auslösen. Für eine unmittelbare ACH-Belastung werden geeignete US-Kontodaten benötigt.

Wenn du nur ein Schweizer CHF-Konto besitzt, kannst du stattdessen eine internationale Banküberweisung per SWIFT nutzen oder einen Zahlungsdienst wählen, der CHF entgegennimmt, in USD umtauscht und den Empfänger lokal bezahlt.

USD an ein US-Bankkonto senden

Mit einem US-Konto oder einem internationalem Multi-Währungskonto wie dem von Wise kannst du eine Überweisung in die USA einrichten und die verfügbaren Methoden für deine Route auswählen. Nach Eingang und etwaigem Währungsumtausch kann der jeweilige Dienstleister USD an ein US-Konto senden, das ACH- oder Wire-Zahlungen akzeptiert. Für den Empfänger werden unter anderem Name, Adresse, Kontonummer, Kontotyp und die passende neunstellige Routing Number benötigt.

Dabei sind zwei Vorgänge zu unterscheiden: du finanzierst die Überweisung beispielsweise in CHF über eine in der Schweiz verfügbare Methode. Die anschliessende Auszahlung in den USA kann lokal über ACH erfolgen. Dein Schweizer Konto wird dadurch nicht zu einem ACH-Konto.

ACH-Zahlungen aus den USA empfangen

Wenn du ein Konto mit USD-Kontodaten hast, kannst du diese Kunden, Arbeitgebern oder Finanz-Plattformen in den USA mitteilen. Benötigt werden typischerweise:

  • vollständiger Name wie im Empfängerkonto hinterlegt
  • ACH Routing Number
  • Kontonummer
  • der Kontotyp, z.B. «Checking»

Kommt die USD-Zahlung nicht von einem US-Konto, ist ACH normalerweise nicht die passende Strecke. In diesem Fall können internationale SWIFT-Daten erforderlich sein.

ACH, Wire oder SWIFT?

Diese Begriffe werden häufig verwechselt:

  • ACH ist für lokale elektronische USD-Zahlungen in den USA gedacht. Es eignet sich besonders für planbare, wiederkehrende und nicht hochdringliche Zahlungen.
  • Domestic Wire ist eine inländische US-Überweisung, die häufig schneller, aber teurer als ACH ist. Sie wird oft für dringende oder hohe Zahlungen genutzt.
  • SWIFT kommt typischerweise bei grenzüberschreitenden Bankzahlungen zum Einsatz. Dabei können weitere Banken beteiligt sein und zusätzliche Gebühren abziehen.

Achte besonders auf die Routing Number: Manche US-Banken verwenden unterschiedliche Nummern für ACH und Wire. Eine Nummer auf einem Scheck muss daher nicht zwingend die richtige Routing Number für die gewünschte Zahlungsart sein.

Wie sicher ist eine ACH-Zahlung?

ACH ist ein etabliertes Zahlungssystem. Dennoch können falsche Angaben, unberechtigte Belastungen und Betrugsversuche zu Verlusten oder Verzögerungen führen.

Beachte deshalb folgende Punkte:

  • Prüfe Name, Kontonummer, Kontotyp und Routing Number sorgfältig.
  • Kläre, ob der Empfänger eine ACH- oder Wire-Routing-Number verlangt.
  • Autorisiere ACH Debits nur für bekannte und vertrauenswürdige Unternehmen.
  • Kontrolliere Betrag, Intervall und Kündigungsbedingungen wiederkehrender Belastungen.
  • Sorge bis zur Belastung für ausreichende Kontodeckung und teile niemals Passwörter oder Sicherheitscodes.
  • Kontaktiere bei einer unbekannten Belastung sofort den Anbieter und das kontoführende Institut.

Verlasse dich nicht darauf, dass jede ACH-Zahlung wie eine Kartenzahlung zurückgebucht werden kann. Ob eine Zahlung gestoppt, zurückgegeben oder korrigiert werden kann, hängt von Zahlungsrichtung, Rückgabegrund, Frist und Anbieter ab.

USD, GBP, Euro und weitere Währungen können mit Wise in einem einzigen Konto verwaltet werden

Wise - die clevere Alternative für ACH-Zahlungen und internationale Überweisungen

Mit dem Wise Multi-Währungskonto kannst du kostenlos eine eigene US-Kontoverbindung erhalten, um USD-Zahlungen wie mit einem Konto vor Ort abzuwickeln – ganz ohne die meist komplizierte Kontoeröffnung bei einer US-Bank. Zusätzlich kannst du insgesamt 40+ Währungen in deinem Wise-Konto an einem Ort verwalten, beispielsweise auch Euro, Franken, Pfund und viele mehr. Guthaben in USD, Euro und GBP kannst du sogar in Fonds anlegen, um Rendite zu erhalten.

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Mit Wise dauert eine lokale USD-Auszahlung an ein US-Bankkonto über ACH gewöhnlich 0 bis 3 Arbeitstage. Eine eingehende ACH-Zahlung auf USD-Kontodaten kann oft innerhalb weniger Stunden eintreffen, in einzelnen Fällen aber bis zu vier Arbeitstage benötigen.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen der ACH-Laufzeit und der gesamten Überweisungsdauer. Wenn du zuerst CHF einzahlst und diese in USD umgetauscht werden, kommen diese Schritte zur lokalen ACH-Auszahlung hinzu.

Der Empfang einer ACH-Zahlung auf USD-Kontodaten von Wise ist kostenlos. Für eine US-Wire- oder internationale SWIFT-Zahlung können dagegen Empfangs- und Korrespondenzbankgebühren anfallen.

Fazit: ACH ist vor allem für US-Zahlungen relevant

Eine ACH-Zahlung ist eine lokale elektronische USD-Zahlung innerhalb des US-Bankensystems. Für Personen in der Schweiz wird sie vor allem dann wichtig, wenn Geld an ein US-Konto gesendet oder aus den USA empfangen werden soll.

Für Schweizer Zahlungen bleiben Banküberweisung, Instant Payment, QR-Rechnung, eBill, Lastschrift und TWINT meist die passenderen Methoden. Für EUR-Zahlungen kommt SEPA infrage; bei internationalen Bankzahlungen kann SWIFT relevant sein.

Häufige Fragen zur ACH-Zahlung

Ist ACH in der Schweiz verfügbar?

ACH ist kein Schweizer Zahlungssystem, sondern ausschliesslich auf Zahlungen in USD zwischen teilnehmenden US-Finanzinstituten ausgelegt.

Kann ich mit einer Schweizer IBAN eine ACH-Zahlung empfangen?

Nein. Für eine lokale ACH-Zahlung werden eine US-Kontonummer und eine passende Routing Number benötigt. Für eine direkte Zahlung an deine Schweizer IBAN braucht der Absender eine andere Überweisungsstrecke.

Was ist eine ACH Routing Number?

Die Routing Number ist eine neunstellige Nummer, die ein US-Finanzinstitut für eine bestimmte Zahlungsart identifiziert. Prüfe immer, ob die angegebene Nummer für ACH oder Wire vorgesehen ist.

Werden ACH-Zahlungen am Wochenende verarbeitet?

Standard-ACH-Zahlungen richten sich nach US-Bankarbeitstagen. Wochenenden und Feiertage können die Laufzeit verlängern. Eine am Wochenende erteilte Zahlung wird daher üblicherweise erst am folgenden Bankarbeitstag weiterverarbeitet.

Kann ich eine ACH-Zahlung stornieren?

Vor Beginn der Verarbeitung kann eine Stornierung je nach Bank oder Anbieter möglich sein. Danach gelten bestimmte Rückgabe- und Korrekturregeln. Wende dich möglichst sofort an deinen Anbieter, wenn Angaben falsch sind oder du eine Belastung nicht kennst.

Quellen (Stand 04.08.2026):

  1. Nacha: What is ACH?
  2. Consumer Financial Protection Bureau: Preauthorized transfers
  3. Nacha: How ACH payments work

*Services für Schweizer Kunden werden von Wise Payments Limited zur Verfügung gestellt. Wise Payments Limited ist als Electronic Money Institution (EMI) bei der UK Financial Conduct Authority (FCA) mit der Zulassungsnummer 900507 registriert.


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