Doppelbesteuerungsabkommen Österreich: So kannst du Steuern vermeiden

Lukas Wolff

Wenn du in Österreich lebst und Einkommen aus einem anderen Land erhältst, kann schnell die Frage entstehen, wo dieses Einkommen versteuert werden muss. Ohne klare Regelungen könnte es passieren, dass Einkünfte sowohl im Ausland als auch in Österreich besteuert werden. Genau hier kommen sogenannte Doppelbesteuerungsabkommen ins Spiel. Sie regeln, welcher Staat Steuern erheben darf und wie eine doppelte Besteuerung vermieden wird. In diesem Artikel erfährst du einfach erklärt, wann solche Abkommen gelten und was sie für Österreicher in der Praxis bedeuten.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu allgemeinen Informationszwecken und stellt keine steuerliche Beratung dar. Für individuelle steuerliche Fragen solltest du dich an einen Steuerberater oder das zuständige Finanzamt wenden.

Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen?

Ein Doppelbesteuerungsabkommen (kurz DBA) ist eine Vereinbarung zwischen zwei Staaten. Es legt fest, welcher Staat bestimmte Einkünfte besteuern darf und wie verhindert wird, dass dieselben Einkünfte in beiden Ländern gleichzeitig besteuert werden.

Ziel eines Doppelbesteuerungsabkommens ist es, eine doppelte Besteuerung zu vermeiden und klare Regeln für grenzüberschreitende Einkünfte zu schaffen. Das betrifft zum Beispiel Einkommen aus unselbstständiger Arbeit, selbstständiger Tätigkeit oder Kapitalerträgen.

Solche Abkommen sind besonders wichtig, wenn du:

  • im Ausland arbeitest
  • Einkommen aus einem anderen Land erhältst
  • als Selbstständiger internationale Kunden hast
  • Einkünfte aus Vermietung oder Kapital im Ausland erzielst

Österreich hat mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, um internationale Steuerfragen klar zu regeln und Doppelbesteuerung zu vermeiden.1

Wann kommt ein Doppelbesteuerungsabkommen zur Anwendung?

Ein Doppelbesteuerungsabkommen kommt immer dann zur Anwendung, wenn Einkünfte in mehr als einem Staat entstehen könnten - etwa wenn du in einem Land lebst, aber in einem anderen arbeitest oder Einkommen aus dem Ausland erhältst.

Typische Situationen, in denen ein Doppelbesteuerungsabkommen relevant wird, sind:

Arbeiten in einem anderen Land als dem Wohnsitzstaat

Wenn dein Wohnsitz und dein Arbeitsort in unterschiedlichen Ländern liegen, wird es steuerlich komplexer. Entscheidend ist dabei nicht nur, wo du arbeitest, sondern auch, wo du deinen Lebensmittelpunkt hast und wie oft du ins Ausland pendelst.

Beispiel: Du wohnst in Österreich und arbeitest für ein Unternehmen in Deutschland. In solchen Fällen kann grundsätzlich sowohl der Tätigkeitsstaat (Deutschland) als auch der Wohnsitzstaat (Österreich) steuerlich relevant sein.

Das Doppelbesteuerungsabkommen regelt hier, welcher Staat das Besteuerungsrecht erhält und wie eine doppelte Besteuerung vermieden wird.2 Dabei spielen Faktoren wie Arbeitsort, Aufenthaltsdauer und Arbeitgeber eine wichtige Rolle.

👉 Praxisbezug: Wenn du dein Gehalt regelmäßig nach Österreich überweist, lohnt es sich zusätzlich, auf Gebühren und Wechselkurse zu achten – besonders bei monatlichen Zahlungen.

Steuern für Grenzgänger zwischen Österreich und Nachbarländern

Ein weiterer typischer Anwendungsfall betrifft sogenannte Grenzgänger - also Personen, die in einem Land wohnen und täglich oder regelmäßig in einem anderen arbeiten.3

Das betrifft in Österreich besonders häufig:

  • Deutschland
  • Schweiz
  • Ungarn
Beispiel:Du wohnst in Vorarlberg, arbeitest aber in der Schweiz und pendelst regelmäßig zur Arbeit. In diesem Fall legt das Doppelbesteuerungsabkommen fest:
  • wo dein Einkommen versteuert wird
  • wie Doppelbesteuerung vermieden wird
  • welche Besonderheiten für Grenzgänger gelten

Einkommen aus selbstständiger Tätigkeit im Ausland

Auch für Selbstständige können Doppelbesteuerungsabkommen relevant sein - zum Beispiel wenn du Kunden oder Auftraggeber in anderen Ländern hast.

Beispiel: Du bist in Österreich selbstständig und arbeitest für Kunden in Deutschland oder Ungarn. Deine Einkünfte entstehen zwar in Österreich, können aber auch steuerliche Auswirkungen im Ausland haben - abhängig davon, wo die Leistung erbracht wird.

Das Doppelbesteuerungsabkommen hilft in solchen Fällen zu klären:

  • ob Steuern im Ausland anfallen
  • wie diese in Österreich berücksichtigt werden
  • welche Meldepflichten bestehen können

👉 Praxisbezug: Wenn du als Selbstständiger Einnahmen in Fremdwährungen erhältst, etwa in Schweizer Franken oder britischen Pfund, ist es sinnvoll, Zahlungswege zu nutzen, bei denen Wechselkurse transparent angezeigt werden.

Einkünfte aus Vermietung oder Kapital im Ausland

Auch Einkünfte aus Immobilien oder Kapitalanlagen im Ausland können unter ein Doppelbesteuerungsabkommen fallen.

Beispiel: Du besitzt eine Wohnung in Ungarn und vermietest diese. In diesem Fall kann das Einkommen:

  • im Ausland besteuert werden
  • zusätzlich in Österreich steuerlich berücksichtigt werden

Wie wird Doppelbesteuerung vermieden?

Damit Einkommen nicht in zwei Ländern gleichzeitig besteuert wird, legen Doppelbesteuerungsabkommen fest, wie Steuern zwischen Staaten aufgeteilt werden. In der Praxis kommen dabei meist zwei Methoden zum Einsatz:

  • Befreiungsmethode
  • Anrechnungsmethode

Welche Methode angewendet wird, hängt vom jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen wörund der Art des Einkommens ab.

Befreiungsmethode

Bei der Befreiungsmethode wird dein Einkommen im Ausland besteuert und in Österreich nicht nochmals direkt versteuert. Allerdings bleibt es nicht komplett ohne Einfluss: Es kann deinen Steuersatz auf dein übriges Einkommen erhöhen (Progressionsvorbehalt).

Was bedeutet das konkret?
Auch wenn dein Auslandsgehalt steuerfrei ist, kann es dazu führen, dass dein in Österreich erzieltes Einkommen höher besteuert wird, weil du insgesamt in eine höhere Steuerstufe fällst.

Beispiel:
Du arbeitest in Deutschland und versteuerst dein Gehalt dort. Zusätzlich hast du Mieteinnahmen in Österreich.
→ Dein deutsches Einkommen wird in Österreich nicht direkt besteuert
→ Es erhöht aber den Steuersatz auf deine Mieteinnahmen

Diese Methode wird häufig bei Einkommen aus unselbstständiger Arbeit im Ausland angewendet.1

Anrechnungsmethode

Bei der Anrechnungsmethode wird dein Einkommen sowohl im Ausland als auch in Österreich berücksichtigt. Damit du aber nicht doppelt zahlst, wird die im Ausland gezahlte Steuer auf deine österreichische Steuer angerechnet.

Was bedeutet das konkret?
Du zahlst am Ende meist die Differenz zwischen der ausländischen und der österreichischen Steuer – je nachdem, welches Steuerniveau höher ist.

Beispiel:
Du erhältst Zinsen aus einem ausländischen Konto und zahlst darauf im Ausland Steuern.
→ In Österreich musst du diese Einkünfte ebenfalls angeben
→ Die bereits gezahlte Steuer wird jedoch angerechnet
→ Du zahlst nur noch die Differenz, falls die österreichische Steuer höher ist

Diese Methode wird häufig bei Kapitalerträgen und bestimmten internationalen Einkünften angewendet.1

Warum diese Methoden wichtig sind

Diese beiden Methoden sind entscheidend dafür, dass du nicht doppelt Steuern bezahlen musst. Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass jedes Einkommen steuerlich korrekt zugeordnet wird.

In der Praxis bedeutet das:

  • Du zahlst Steuern nicht doppelt
  • Du musst Einkommen trotzdem korrekt melden
  • Die genaue Anwendung hängt vom jeweiligen Land und Einkommensfall ab

Gerade wenn du Einkommen aus dem Ausland erhältst - etwa aus Deutschland, der Schweiz oder Ungarn - stellt sich oft auch die Frage, wie dieses Geld nach Österreich überwiesen wird. Bei regelmäßigen Zahlungen wie Gehalt oder Honoraren kann es sinnvoll sein, auf transparente Überweisungswege zu achten, damit Gebühren und Wechselkurse nachvollziehbar bleiben.

Mit welchen Ländern hat Österreich Doppelbesteuerungsabkommen?

Österreich hat mit vielen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese Abkommen regeln, welcher Staat Einkommen besteuern darf und helfen dabei, eine doppelte Besteuerung zu vermeiden.

Die folgende Übersicht zeigt einige Länder, mit denen Österreich besonders häufig wirtschaftliche oder berufliche Verbindungen hat:

Übersicht ausgewählter Doppelbesteuerungsabkommen

LandDoppelbesteuerungsabkommen vorhandenTypischer Anwendungsfall
DeutschlandJaArbeit oder Grenzgänger
SchweizJaGrenzgänger
UngarnJaPendler, Selbstständige
ItalienJaArbeit oder Vermietung
Vereinigtes KönigreichJaRemote-Arbeit
USAJaSelbstständige, Kapitalerträge

Die vollständige und aktuelle Liste aller Länder mit Doppelbesteuerungsabkommen findest du auf der offiziellen Website des Bundesministeriums für Finanzen:

Gehalt oder Einkommen zwischen Ausland und Österreich senden

Wenn du im Ausland arbeitest oder Einkommen aus einem anderen Land erhältst, stellt sich neben der steuerlichen Frage oft auch eine praktische: Wie kommt dein Geld sicher und möglichst kosteneffizient nach Österreich?

Gerade bei regelmäßigen Zahlungen wie:

  • Gehalt aus einem anderen Land
  • Honoraren aus internationaler Tätigkeit
  • Einnahmen aus selbstständiger Arbeit
  • Renten oder Pensionen aus dem Ausland

können Gebühren und Wechselkurse eine wichtige Rolle spielen.

Bei internationalen Überweisungen lohnt es sich deshalb besonders, auf folgende Punkte zu achten:

  • Transparente Gebührenstruktur
  • Nachvollziehbare Wechselkurse
  • Klare Anzeige des Betrags, der in Österreich ankommt

Ein Multi-Währungskonto wie von Wise kann in solchen Fällen eine praktische Lösung sein, wenn du regelmäßig Geld aus dem Ausland erhältst oder zwischen verschiedenen Währungen arbeitest. Damit kannst du Einnahmen in unterschiedlichen Währungen empfangen und bei Bedarf nach Österreich überweisen.

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Fazit: Doppelbesteuerungsabkommen helfen, doppelte Steuern zu vermeiden

Doppelbesteuerungsabkommen sorgen dafür, dass Einkommen nicht gleichzeitig in zwei Ländern besteuert wird. Sie sind besonders wichtig, wenn du im Ausland arbeitest, Einkünfte aus einem anderen Staat erhältst oder grenzüberschreitend tätig bist.

Für viele Österreicher betrifft das etwa Arbeit in Deutschland, der Schweiz oder Ungarn. In solchen Fällen legen die Abkommen fest, welcher Staat das Einkommen besteuern darf und wie eine doppelte Steuerbelastung vermieden wird.

Wenn du regelmäßig Einkommen aus dem Ausland erhältst, lohnt es sich außerdem, nicht nur steuerliche Regeln zu beachten, sondern auch darauf zu achten, wie du dein Geld sicher und transparent nach Österreich überweist.

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FAQ zu Doppelbesteuerungsabkommen

Was ist ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)?

Ein Doppelbesteuerungsabkommen ist eine Vereinbarung zwischen zwei Staaten. Es legt fest, welcher Staat bestimmte Einkünfte besteuern darf, damit dieselben Einkünfte nicht doppelt besteuert werden.


Wann gilt ein Doppelbesteuerungsabkommen?

Ein Doppelbesteuerungsabkommen gilt, wenn Einkommen in mehr als einem Staat relevant ist - etwa wenn du im Ausland arbeitest, dort Einkommen erzielst oder Einnahmen aus einem anderen Land erhältst.


Muss ich Einkommen aus dem Ausland in Österreich angeben?

Ja, grundsätzlich musst du Einkommen aus dem Ausland in Österreich angeben. Wie dieses besteuert wird, hängt vom jeweiligen Doppelbesteuerungsabkommen und der Art des Einkommens ab.


Mit welchen Ländern hat Österreich Doppelbesteuerungsabkommen?

Österreich hat mit vielen Staaten weltweit Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen, darunter Deutschland, Schweiz, Ungarn, Italien, Vereinigtes Königreich und USA. Eine vollständige Liste findest du auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen.


Was ist der Unterschied zwischen Befreiungsmethode und Anrechnungsmethode?

Bei der Befreiungsmethode wird das Einkommen meist nur im Ausland besteuert. Bei der Anrechnungsmethode wird die im Ausland gezahlte Steuer auf die österreichische Steuer angerechnet.

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Quellen (03/2026):

  1. BMF: Doppelbesteuerungsabkommen (DBA)
  2. Unternehmensservice Portal: Doppelbesteuerungsabkommen
  3. BMF: Österreichische Doppelbesteuerungsabkommen und das Multilaterale Instrument

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