Revolut: Wie gut ist der Wechselkurs?

Lukas Wolff

Kaum jemand denkt beim Bezahlen im Urlaub über Wechselkurse nach. Du nutzt deine Karte ja ganz normal und der Betrag wird einfach abgebucht, aber irgendwo dazwischen passiert eine Umrechnung, die du nicht siehst. Genau das ist das Problem, denn du kennst weder die Konditionen für den Umtausch noch den Wechselkurs – und der macht einen großen Unterschied bei den Gesamtkosten.

Revolut gilt zwar als günstige Alternative zu klassischen Banken in Österreich, aber bedeutet das auch, dass der Revolut Wechselkurs wirklich fair ist? Genau das schauen wir uns in diesem Artikel an. Außerdem erklären wir dir, welche Kostenpunkte du beachten solltest, wenn du mit Revolut im Ausland bezahlst.

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Was ist der „echte" Wechselkurs (Devisenmittelkurs)?

Bevor wir uns den Revolut Wechselkurs genauer ansehen, kurz zur Theorie. Denn ohne dieses Grundverständnis kannst du keinen sinnvollen Wechselkurs Vergleich anstellen.

Es gibt einen offiziellen Kurs, den Banken und Finanzinstitutionen untereinander verwenden, wenn sie Währungen handeln. Dieser wird als Interbankenkurs oder Devisenmittelkursbezeichnet. Er liegt genau in der Mitte zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs einer Währung auf den globalen Devisenmärkten und ist damit sozusagen der „echte" Wechselkurs.

Das Ärgerliche ist, dass nur die wenigsten Banken diesen Kurs einfach so an ihre Kunden weitergeben. Warum? Weil Wechselkursaufschläge für Banken und andere Finanzdienstleister eine zusätzliche Einnahmequelle sind. Die Kunden in Österreich sind sich dessen nur in den seltensten Fällen bewusst, da diese versteckten Kosten nicht im Preisverzeichnis erwähnt werden.

Im Prinzip funktioniert das so: Die Banken kaufen Devisen zum Interbankenkurs und verkaufen sie dir zu einem schlechteren Kurs weiter – die Differenz dazwischen nennt man Spread oder Wechselkursaufschlag. So verlierst du bei jedem Euro, der umgetauscht wird, bares Geld. Je höher der Betrag, desto mehr schlagen sich die Aufschläge auf die Gesamtkosten nieder.

Wie funktioniert der Wechselkurs bei Revolut?

Nur weil Revoluteine beliebte Neobank ist und keine Filialbank mit überteuerten Gebühren, bedeutet das leider nicht automatisch, dass die App den echten Wechselkurs nutzt. Der Revolut Wechselkurs basiert auf einem Echtzeit-Kurs, der kontinuierlich auf Basis von Kauf- und Verkaufspreisen aus verschiedenen Datenquellen berechnet wird.

Tatsächlich ist der Revolut Wechselkurs im Vergleich zu traditionellen Banken fairer. Einen Aufschlag, der vom Währungspaar abhängt, gibt es bei Revolut aber trotzdem.

Der Wechselkurs ist übrigens absolut unabhängig von deinem Revolut Abo. Sehen kannst du den aktuellen Kurs transparent im Revolut Währungsrechner.¹ Hier erfährst du auch, wie er sich zum jeweiligen Zeitpunkt vom EZB-Referenzkurs unterscheidet.

Doch Vorsicht: Der Revolut Wechselkurs ist nicht der einzige Kostenpunkt, auf den du bei internationalen Transaktionen achten musst. Es gibt noch weitere Punkte, die sich auf die tatsächlichen Revolut Gebühren² auswirken:

Revolut Limits

Bei Revolut Standard und Revolut Plus gibt es monatliche Limits für den kostenlosen Währungstausch:

  • Standard: 1.000 EUR pro Monat
  • Plus: 3.000 EUR pro Monat

Solange du unter der Woche bezahlst und innerhalb dieses Limits bleibst, fallen keine direkten Tauschgebühren an – abgesehen von den indirekten Kosten durch den Aufschlag auf den Revolut Wechselkurs gegenüber dem Devisenmittelkurs.

Sobald das Limit aber aufgebraucht ist, kommt ein Aufschlag von 1 % (Revolut Standard) bzw. 0,5 % (Revolut Plus) auf jede weitere Transaktion dazu. Das macht den vermeintlich günstigen Urlaub auf einmal deutlich teurer.

Wichtig: Bei diesem Limit zählen sowohl Kartenzahlungen als auch Bargeldabhebungen in Fremdwährungen zusammen. Wer im Urlaub also sowohl zahlt als auch Bargeld zieht, erreicht das Limit womöglich schneller als gedacht.

Wenn du viel international unterwegs bist, könnte es sich also lohnen, gleich ein teureres Revolut Abo zu wählen. Denn für Revolut Premium, Metal und Ultra gibt es zwar Abhebelimits, aber keine Umtauschlimits. Den Revolut Wechselkurs beeinflusst dein Abo jedoch nicht.

Revolut Wochenende Aufschlag

Ganz unabhängig von den oben genannten Limits gilt für Revolut Standard und Plus: Am Wochenende kommt ein Aufschlag von 1 % (Standard) bzw. 0,5 % (Plus) auf jeden Währungstausch drauf. Erst ab dem Revolut Premium Abo entfällt dieser Revolut Wochenende Aufschlag vollständig.

Das ist in der Praxis ziemlich ärgerlich. Denn wann findest du am meisten Zeit, in den Urlaub zu fahren oder im Ausland einzukaufen? Richtig: am Wochenende. Wer also mit der Revolut Standard Karte am Samstag durch die Shops in New York schlendert und 500 USD ausgibt, zahlt dafür 5 EUR mehr als unter der Woche – nur wegen des Wochenendaufschlags.

Deshalb ein praktischer Tipp: Wenn du mit einem Standard oder Plus Abo unterwegs bist und dich außerhalb der Eurozone befindest, heb am besten unter der Woche Bargeld ab. Am Wochenende kannst du dann mit dem bereits abgehobenen Geld zahlen und vermeidest so den Aufschlag.

Wo entstehen die versteckten Kosten?

Hier nochmals die Stellen, an denen beim Revolut Wechselkurs Kosten entstehen, die du auf den ersten Blick nicht siehst:

  • Spread bzw. Wechselkursaufschlag: Revolut gibt nicht den Devisenmittelkurs an dich weiter, sondern einen leicht schlechteren Kurs
  • Wochenendgebühren: 1 % (Standard) bzw. 0,5 % (Plus) auf alle Fremdwährungstransaktionen am Wochenende
  • Limits: Bei Standard fallen ab 1.000 EUR, bei Plus ab 3.000 EUR im Monat Zusatzgebühren an

Der Kursunterschied zum Devisenmittelkurs ist keine explizite Gebühr, aber er kostet dich trotzdem bares Geld, wann immer du mit deiner Revolut Karte in einer Fremdwährung zahlst.

Den Spread kannst du übrigens direkt im Revolut Währungsrechner nachvollziehen: Du siehst dort den aktuellen Revolut Wechselkurs und kannst ihn mit dem offiziellen EZB-Kurs vergleichen. Am 13.04.2026 zum Beispiel stand der Revolut Wechselkurs für EUR/USD 0,43 % schlechter als der EZB-Kurs.

Was du dort allerdings nicht siehst, sind die Wochenendaufschläge oder die Gebühren nach Überschreiten des Limits. Die musst du selbst miteinrechnen. Genau das macht Auslandszahlungen mit Revolut insgesamt weniger transparent, als man sich von einer Fintech-App erhoffen würde. Wer nicht aktiv nachrechnet, zahlt drauf, ohne es zu merken.

Beispiel: Wie viel kostet der Wechsel wirklich?

Um die Auswirkungen des Wechselkursaufschlags bei Revolut zu verdeutlichen, schauen wir uns zwei Szenarien an: einmal 1.000 EUR und einmal 5.000 EUR in USD umtauschen – jeweils unter der Woche und am Wochenende mit Revolut Standard, im Vergleich zu Wise, wo der Devisenmittelkurs verwendet wird.

Szenario 1: Revolut vs Wise Gebühren beim Umtausch 1.000 EUR → USD

Revolut (Werktag)Revolut (Wochenende)Wise
Kurs1 EUR = 1,166 USD1 EUR = 1,166 USD1 EUR = 1,169 USD
Aufschlag0 %1 %0 %
Erhaltene USDca. 1.166 USDca. 1.154 USDca. 1.169 USD
Differenz zu Wise~ 3 USD~ 15 USD

Szenario 2: Revolut vs Wise Gebühren beim Umtausch 5.000 EUR → USD

Revolut (Werktag)Revolut (Wochenende)Wise
Kurs1 EUR = 1,166 USD1 EUR = 1,166 USD1 EUR = 1,169 USD
AufschlagLimit überschritten, daher +1 %1 % + 1 % (Limit überschritten)0 %
Erhaltene USDca. 5.773 USDca. 5.714 USDca. 5.845 USD
Differenz zu Wise~ 72 USD~ 130 USD

Wise erhebt eine transparente Umtauschgebühr (je nach Betrag und Währungspaar), die beim Umtausch direkt in der App angezeigt wird – der Kurs selbst bleibt der Devisenmittelkurs. Sobald du Geld in der jeweiligen Währung als Guthaben hältst, ist das Bezahlen in dieser Währung kostenlos.

Die Zahlen sprechen für sich. Bei kleineren Beträgen unter der Woche ist der Unterschied überschaubar. Sobald aber größere Summen oder das Wochenende ins Spiel kommen, wächst die Differenz merklich. So kann dein Urlaub schnell teurer werden, als gedacht, wenn du mit der Revolut Standard Karte bezahlst.

Revolut vs Wise beim Wechselkurs

Wise funktioniert grundlegend anders als Revolut. Als echtes Multi-Währungs-Kontokannst du bei Wise über 40 Währungen halten und mit deinem vorhandenen Währungsguthaben direkt bezahlen – ohne Umrechnung, ohne Aufschlag.

Wenn du zwischen Währungen tauschen willst, verwendet Wise immer den Devisenmittelkurs als Basis. Die anfallende Gebühr wird separat und transparent ausgewiesen. Du siehst in der App also ganz genau, was die Umrechnung kostet, bevor du bestätigst.

Beim Wise Wechselkurs gibt es keine versteckten Aufschläge am Wochenende, keine Limits, nach denen plötzlich Extragebühren anfallen, und keine Abweichungen.

Schauen wir uns Revolut und Wise nochmals im Vergleich an:

KriteriumRevolutWise
Basis-KursEigener Echtzeit-Kurs mit AufschlagDevisenmittelkurs
Wochenendaufschlag1 % (Standard), 0,5 % (Plus), 0 % (Premium, Metal und Ultra)0 %
Limits1.000 EUR (Standard), 3.000 EUR (Plus), kein Limit (Premium, Metal und Ultra)Keine
GebührentransparenzTeilweise (Spread nicht explizit ausgewiesen)Vollständig (alles separat angezeigt)

Kurz gesagt: Revolut ist unter günstigen Bedingungen (unter der Woche, kleiner Betrag, innerhalb des Limits) mit Wise vergleichbar oder leicht günstiger. Sobald diese Bedingungen nicht mehr erfüllt sind, solltest du jedoch vorsichtig sein, wenn du Revolut Standard oder Plus hast.

Wann macht der Unterschied wirklich etwas aus?

Klar, wer nur einmal im Jahr eine Woche in der Türkei Urlaub macht und dabei 500 EUR tauscht, wird den Unterschied zwischen Revolut Wechselkurs und Wise Wechselkurs kaum im Alltag spüren.

Schauen wir uns an, wann sich ein Vergleich lohnt und wann es sich kaum rechnet:

  • Kleine Beträge? Kaum Unterschied: Für gelegentliche Auslandsreisen mit kleinen Beträgen unter der Woche ist Revolut eine gute Wahl. Solange du innerhalb des Revolut Limits bleibst und Wochenendtransaktionen vermeidest, hältst du die Kosten niedrig.
  • Große Beträge – großer Effekt: Wer 10.000 EUR oder mehr in eine Fremdwährung tauscht – etwa für einen Immobilienkauf im Ausland oder eine größere Überweisung an Familienmitglieder – zahlt schon allein durch den Spread bei Revolut merklich mehr als nötig. In diesem Fall solltest du einen Blick auf andere Anbieter werfen, um Geld zu sparen.
  • Regelmäßige Transfers: Wenn du jeden Monat 2.000 EUR an einen Vermieter in den USA überweist oder regelmäßig Gehalt in anderen Währungen empfängst, macht sich der Spread besonders deutlich bemerkbar. Was im Einzelfall wie ein kleiner Unterschied wirkt, summiert sich über das Jahr zu einem spürbaren Betrag – und das noch ohne Wochenendgebühren oder Limit-Aufschläge.

Für Vielnutzer und alle, die regelmäßig Geld international senden, lohnt sich ein genauer Vergleich mit Revolut Alternativen daher besonders.

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Was gilt es bei Auslandsüberweisungen zu beachten?

Was viele Österreicher übersehen: Der Wechselkurs spielt nicht nur beim Bezahlen mit der Karte im Ausland eine Rolle. Auch bei internationalen Überweisungen – egal ob du Geld sendest oder empfängst – wird irgendwann umgerechnet. Und genau dort bedeutet ein hoher Aufschlag auch hohe Gesamtkosten.

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Du bist Freelancerund hast Kunden in den USA, Großbritannien und Australien. Jede Zahlung, die du in USD, GBP oder AUD empfängst, wird bei der Umbuchung auf dein EUR-Konto zu einem bestimmten Kurs umgerechnet. Je nachdem, welchen Anbieter du nutzt, verlierst du dabei mehr oder weniger Geld.

Bei Revolut bekommst du je nach Abo zwar Rabatte auf internationale Überweisungen, aber auch dort gilt: Durch den Revolut Wechselkurs kommt weniger an, als fair wäre. Revolut ist dennoch günstiger als eine herkömmliche österreichische Bank, keine Frage. Aber bei größeren oder häufigen Überweisungen summieren sich diese Aufschläge entsprechend.

Für Freelancer und Selbstständige mit regelmäßigen internationalen Einnahmen lohnt es sich deshalb besonders, auf einen Anbieter zu setzen, der wirklich den Devisenmittelkurs verwendet und Gebühren transparent ausweist. So weißt du immer im Voraus, was eine Überweisung kostet – und verlierst kein Geld durch unsichtbare Kursaufschläge.

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Fazit: Revolut oder Wise – wer ist beim Wechselkurs besser?

Revolut ist beim Thema Wechselkurs günstiger als jede österreichische Filialbank und damit für viele Alltagssituationen völlig ausreichend. Wer gelegentlich im Ausland zahlt, kleine Beträge unter der Woche tauscht und innerhalb seines Limits bleibt, macht mit Revolut nichts falsch.

Sobald aber größere Summen, regelmäßige Transfers oder häufige Wochenendnutzung ins Spiel kommen, zeigt der Wechselkurs Vergleich klare Unterschiede. Wer Wert auf einen durchgehend fairen Wechselkurs legt, sollte Anbieter, die den Devisenmittelkurs verwenden, ernsthaft in Betracht ziehen.


Quellen (05/2026)

¹ Wechselkursrechner, Revolut, April 2026
² Revolut Abos vergleichen, Revolut, April 2026


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