Was ist der DAX? Der deutsche Leitindex einfach erklärt.

Dominik Sobaniec

Der DAX zeigt, wie sich die größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands entwickeln. Steigt er, laufen viele der enthaltenen Aktien gut – fällt er, geraten sie insgesamt unter Druck. Deshalb gehört der DAX zu den wichtigsten Zahlen in den täglichen Finanznachrichten.

Aber was sagen DAX-Punkte eigentlich aus? Welche Unternehmen sind dabei und warum haben manche Aktien mehr Einfluss auf den Index als andere?

In diesem Artikel erfahren Sie wie der DAX funktioniert, wie er zusammengesetzt wird, welche Rolle Dividenden spielen und wie Anleger an seiner Entwicklung teilhaben können.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Aktien und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Verluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Zahlungsdienstleistungen von Wise sind von etwaigen Anlage- oder Wertpapierdienstleistungen getrennt zu betrachten.

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Was ist der DAX?

DAX steht für Deutscher Aktienindex. Er zeigt die Wertentwicklung der 40 größten Unternehmen, die am regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind und die DAX-Regeln erfüllen.

Der DAX ist keine Aktie und kein Unternehmen, sondern eine Kennzahl. Steigen die Kurse der enthaltenen Aktien insgesamt, steigt meist auch der DAX. Fallen sie überwiegend, sinkt er.

Wie stark eine Aktie den Index bewegt, hängt vor allem vom Wert ihrer frei handelbaren Aktien ab. Große Unternehmen haben deshalb meist mehr Gewicht als kleinere. Damit kein einzelnes Unternehmen den DAX zu stark prägt, darf eine Aktie höchstens 15 % ausmachen.

Welche Unternehmen sind im DAX vertreten?

Im DAX sind Unternehmen aus Branchen wie Industrie, Software, Versicherungen, Autos, Telekommunikation, Chemie und Energie vertreten. Er zeigt wichtige Teile der deutschen Wirtschaft, aber nicht das ganze Land.

Für die Aufnahme zählt vor allem die Streubesitz-Marktkapitalisierung. Das ist der Börsenwert der Aktien, die frei gehandelt werden können. Große Aktienpakete von Großaktionären werden dabei nicht vollständig berücksichtigt.

Unternehmen müssen außerdem weitere Regeln erfüllen: Ihre Aktien müssen ausreichend gehandelt werden, sie müssen regelmäßig Finanzberichte veröffentlichen und in den vergangenen zwei Geschäftsjahren profitabel gewesen sein.

Die größten DAX-Werte

An der Spitze des DAX stehen häufig große, bekannte Konzerne. In den vergangenen zehn Jahren gehörten vor allem SAP, Siemens, Allianz, Deutsche Telekom, Münchener Rück und Airbus regelmäßig zu den besonders bedeutenden DAX-Unternehmen.

Welche Aktie gerade den größten Einfluss hat, kann sich jedoch ändern.

Wie funktioniert der DAX? Die Besonderheit der Dividenden

Der DAX wird an jedem Börsentag auf Basis der Xetra-Kurse berechnet. Die reguläre Berechnung läuft während der Haupthandelszeit von 09:00 bis 17:30 Uhr (mit dem finalen Tagesschluss nach der Schlussauktion gegen 17:35 Uhr).

Wenn in den Nachrichten vom DAX die Rede ist, ist meist der DAX-Performance-Index gemeint. Er berücksichtigt nicht nur Kursgewinne und Kursverluste, sondern auch Dividenden. Diese werden rechnerisch wieder angelegt und erhöhen damit die Indexentwicklung. Deshalb kann der Performance-DAX stärker steigen als die Aktienkurse allein.

Daneben gibt es den DAX-Kursindex. Er zeigt ausschließlich die Kursentwicklung der 40 enthaltenen Aktien; Dividenden werden dort nicht berücksichtigt. Persönliche Faktoren wie Steuern, ETF-Kosten oder der eigene Einstiegszeitpunkt sind in keinem der beiden Indizes enthalten.

DAX-Punkte einfach erklärt

DAX-Punkte sind kein Geldbetrag und kein Preis. Sie zeigen, wie sich der Index insgesamt entwickelt hat.

Der DAX startete am 1. Juli 1988. Als Ausgangswert wurden rückwirkend für den 30. Dezember 1987 genau 1.000 Punkte festgelegt. Seit dem 20. September 2021 umfasst der Index 40 statt zuvor 30 Unternehmen.

Steht der DAX bei 18.000 Punkten, hat er sich gegenüber seinem Ausgangswert rechnerisch auf das 18-Fache erhöht. Beim meist genannten DAX-Performance-Index zählen dabei nicht nur steigende oder fallende Aktienkurse, sondern auch rechnerisch wiederangelegte Dividenden mit.

Die Punktzahl beschreibt also die Entwicklung des gesamten Index – nicht den Preis einer einzelnen Aktie.

Was beeinflusst den DAX?

Der DAX steigt oder fällt, wenn sich die Kurse seiner Mitgliedsunternehmen verändern. Besonders wichtig sind dabei diese Faktoren:

➡️ Unternehmenszahlen:

Gute oder schlechte Geschäftszahlen, neue Aufträge und veränderte Gewinnprognosen können Aktienkurse stark bewegen. Bei großen, hoch gewichteten DAX-Unternehmen ist der Einfluss auf den Index besonders spürbar.

➡️ Zinsen und Wirtschaft:

Zinsentscheidungen, Inflation und Konjunkturdaten beeinflussen die Erwartungen der Anleger. Höhere Zinsen können Kredite verteuern und Aktien im Vergleich zu verzinsten Anlagen weniger attraktiv machen.

➡️ Entwicklungen weltweit:

Viele DAX-Konzerne sind international tätig. Deshalb beeinflussen auch die Weltwirtschaft, Wechselkurse, Energiepreise und politische Krisen den DAX.

Die Index-Familie im Überblick: DAX, MDAX, SDAX und TecDAX

Der DAX gehört zu einer Familie deutscher Aktienindizes. Sie ordnen Unternehmen grob nach Größe und Branche ein:

IndexZusammensetzung
DAX40 größte qualifizierte Unternehmen im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse
MDAX50 weitere große bzw. mittelgroße qualifizierte Unternehmen
SDAX70 kleinere qualifizierte Unternehmen
TecDAX30 Technologieunternehmen; Überschneidungen mit DAX, MDAX und SDAX sind möglich

Unternehmen können gleichzeitig im TecDAX und in einem Größenindex wie DAX, MDAX oder SDAX enthalten sein. Der TecDAX ist deshalb ein Branchenindex, keine eigene Größenklasse.

Die Zusammensetzung der Indizes wird viermal im Jahr überprüft: im März, Juni, September und Dezember. Bei jeder Überprüfung können Unternehmen wegen besonders großer Veränderungen schnell aufgenommen oder entfernt werden. Die regulären Änderungen finden zusätzlich im März und September statt.

Wie kann man in den DAX investieren?

Den DAX selbst kann man nicht kaufen, denn er ist nur ein Index. Anleger können seine Entwicklung aber über einen DAX-ETF oder über einzelne DAX-Aktien abbilden.

➡️ DAX-ETFs:

Ein DAX-ETF bündelt die im Index enthaltenen Aktien in einem Wertpapier. Mit einem Kauf investieren Sie in viele große deutsche Indexunternehmen, statt jede Aktie einzeln zu erwerben.

Das Risiko ist damit stärker verteilt als bei einer Einzelaktie. Ein DAX-ETF bleibt jedoch auf den deutschen Aktienmarkt konzentriert und ist nicht weltweit gestreut.

Achten Sie bei der Auswahl unter anderem auf laufende Kosten, die Nachbildung des Index und darauf, ob Dividenden ausgezahlt oder wieder angelegt werden.

➡️ Einzelaktien:

Sie können auch gezielt Aktien einzelner DAX-Unternehmen kaufen. Dann hängt Ihr Ergebnis aber stärker von genau diesen Firmen ab. Wer breiter streuen möchte, braucht mehrere Aktien aus unterschiedlichen Branchen – oder einen ETF.

Internationale Aktien kaufen: Achtung bei versteckten Währungskosten!

Wer sein Portfolio über den DAX und den deutschen Aktienmarkt hinaus erweitert, kann auch in internationale Unternehmen und Märkte investieren. Dabei lohnt sich jedoch ein Blick auf die Währung: Zusätzliche Kosten entstehen nicht automatisch bei jeder ausländischen Aktie, sondern hängen davon ab, wo und in welcher Währung sie gehandelt und abgerechnet wird.

Je nach Broker, Handelsplatz und Verrechnungskonto können neben der Ordergebühr beispielsweise Wechselkursaufschläge, pauschale Umrechnungsentgelte oder automatische Umrechnungen von Dividenden anfallen.

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💡 Hinweis zu Wise-Produkten:

Zahlungsdienstleistungen (z. B. das Wise-Konto und die Wise-Karte) werden von Wise als reguliertem Zahlungsinstitut angeboten und sind von etwaigen Anlageprodukten getrennt. Dieser Artikel dient ausschließlich Informationszwecken zum Umgang mit Fremdwährungen und stellt keine Empfehlung dar, Zahlungs- und Anlageprodukte zu kombinieren.

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Für wen kann ein Investment in den DAX interessant sein?

Ein DAX-ETF kann für Anleger interessant sein, die gezielt auf große deutsche Unternehmen setzen und Kursschwankungen aushalten können. Er eignet sich vor allem als Ergänzung zu einem bereits breit gestreuten Depot.

Als alleinige Aktienanlage ist der DAX für viele Anleger zu konzentriert. Wer weltweit investieren möchte, braucht zusätzlich Anlagen aus anderen Ländern und Branchen.

Fazit: Den DAX verstehen, global weiterdenken

Der DAX ist ein Fenster zum deutschen Aktienmarkt: Er zeigt, wie sich einige der größten und bekanntesten Unternehmen des Landes entwickeln. Für sich allein bleibt er jedoch nur ein Ausschnitt. Wer sein Depot über Länder, Branchen und Währungen verteilt, schaut nicht nur auf einen Markt, sondern behält die Welt im Blick.

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Häufig gestellte Fragen zum DAX

Was ist der DAX einfach erklärt?

Der DAX ist der wichtigste deutsche Aktienindex. Er zeigt die Wertentwicklung großer Unternehmen, die an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert sind und die DAX-Kriterien erfüllen.

Ist der DAX ein Kurs- oder Performance-Index?

Wenn allgemein vom DAX die Rede ist, ist meist der Performance-Index gemeint. Er berücksichtigt neben Kursveränderungen auch Dividenden, die rechnerisch wieder angelegt werden; der Kursindex berücksichtigt dagegen nur Aktienkurse.

Wie kann man in den DAX investieren?

Den DAX selbst kann man nicht kaufen, weil er ein Index ist. Anleger können seine Entwicklung beispielsweise mit einem DAX-ETF abbilden oder einzelne Aktien von DAX-Unternehmen kaufen.

Welche Unternehmen sind im DAX?

Im DAX sind Unternehmen wie SAP, Siemens, Allianz und Deutsche Telekom vertreten. Die Liste und Gewichtungen ändern sich regelmäßig.

Ist ein DAX-ETF weltweit diversifiziert?

Nein. Ein DAX-ETF bündelt große deutsche Unternehmen, bleibt aber auf einen Markt und bestimmte Branchen konzentriert. Für eine breitere weltweite Streuung kommen beispielsweise globale Aktien-ETFs infrage.


❗ Rechtlicher Hinweis:

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Aktien und ETFs unterliegen Kursschwankungen. Verluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Zahlungsdienstleistungen von Wise sind von etwaigen Anlage- oder Wertpapierdienstleistungen getrennt zu betrachten.

Verwendete Quellen (Stand 01.08.2026):

  1. DAX – Deutsche Börse
  2. DAX-Index – Benchmark und Barometer für den deutschen Aktienmarkt – Deutsche Börse
  3. DAX – STOXX
  4. DAX Equity Index Methodology Guide – STOXX

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